Liebe Andrea, erzähl uns ein bisschen was über dich… Wer bist du? Woher kommst du?
Andrea: Starten wir doch mit den Fakten: Ich bin 45 Jahre alt, Bernerin, verheiratet und Mutter von zwei Jungs.
Beruflich bin ich seit dem Abschluss meines BWL-Studiums immer dort unterwegs wo Neues entsteht und Organisationen sich verändern. Erst im Bereich Strategie und Unternehmensentwicklung, dann in Transformationsthemen wie Customer Experience, digitale Transformation oder jetzt als Leiterin IT People Lead bei der Mobiliar.
Seit ich vor über 10 Jahren Mutter wurde, arbeite und führe ich in Teilzeit – die letzten 5 Jahre in einem Job- resp. Topsharing. Auch privat leben mein Mann und ich ein echtes Jobsharing und teilen uns die Aufgaben rund um die Familie auf.
Das klingt nach einer guten Balance und viel Abwechslung! Welche Werte wurden dir von deinen Eltern mitgegeben?
Andrea: Meine Eltern haben mir viel Freiraum gewährt, mir vertraut und mich in meinen Entscheidungen unterstützt. Ich wusste immer, ich kann «ausfliegen», darf aber jederzeit wieder zurückkommen. Dieses Vertrauen hat mich geprägt und mir den Mut gegeben, Neues auszuprobieren.
Wurzeln und Flügel – toll! Wie bist du auf die Innovations- und Techbranche aufmerksam geworden? Was interessiert dich daran?
Andrea: Wenn man mir vor einigen Jahren gesagt hätte, dass ich einmal in der Innovations- und Techbranche lande, hätte ich vermutlich gelacht. Ich war lange überzeugt, dass ich von Technologie zu wenig verstehe und eine Informatikausbildung brauche, um dort arbeiten zu können.
Irgendwann wurde mir aber klar, dass Technologie heute praktisch alle Lebensbereiche prägt. Und genau das hat meine Neugier geweckt. Ich wollte mehr verstehen.
Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto klarer wurde mir aber auch: Die beste Technologie ist nur so gut wie der Mehrwert, den sie für Menschen schafft. Heute fasziniert mich weniger die Technologie an sich als die Frage, wie wir sie sinnvoll einsetzen und zu den Menschen bringen. Genau an dieser Schnittstelle – zwischen Mensch und Technologie – fühle ich mich zuhause.
Da hast du absolut recht, es braucht immer beides! Technologie und Menschen. Was treibt dich bei der Arbeit an?
Andrea: Mich treibt die Möglichkeit an, Veränderungen mitzugestalten. Wir leben in einer enorm herausfordernden, aber auch spannenden Zeit. Vieles verändert sich gleichzeitig – durch Technologie, neue Arbeitsformen und gesellschaftliche Entwicklungen. Diese Veränderungen nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten, finde ich unglaublich spannend.
Wir brauchen mehr Menschen mit genau dieser Einstellung! Worauf bist du besonders stolz?
Andrea: Ich bin stolz darauf, immer wieder Neuland betreten und Dinge oder Themen aufgebaut zu haben, die es vorher so noch nicht gab.
Und was war deine bisher grösste Herausforderung in deinem Job? Wie hast du sie gemeistert?
Andrea: Zu den grössten Herausforderungen in meinem Job gehören für mich schwierige Führungssituationen: Konflikte im Team, schwierige Feedbackgespräche oder Entscheidungen, von denen ich weiss, dass sie für die betroffene Person nicht einfach sind. Es kommt immer noch vor, dass ich vor solchen Gesprächen nicht besonders gut schlafe.
Was mir hilft, ist die Überzeugung, dass Ehrlichkeit und Klarheit letztlich respektvoller sind als Ausweichen. Auch wenn mein Gegenüber das im ersten Moment vielleicht nicht so empfindet. Ausserdem hilft es solche Situationen mit jemandem spiegeln zu können – sehr oft tue ich das mit meinem Co-Lead. Eine zusätzliche Perspektive hilft, die Situation besser einzuordnen und blinde Flecken zu erkennen.
Das ist ein guter Input! Welche weiteren Ratschläge gibst du anderen Frauen in Innovation und Tech?
Andrea: Ich habe keinen technischen Background und habe lange gedacht, dass der Tech-Bereich nichts für mich ist. Heute weiss ich: Unterschiedliche Perspektiven sind eine Stärke. Innovation entsteht selten dort, wo alle gleich denken.
Mein Rat ist deshalb: Lasst euch von Begriffen wie Tech oder Innovation nicht abschrecken. Diese Bereiche sind so viel mehr als Code und Algorithmen. Hier entstehen Antworten auf spannende Zukunftsfragen und Lösungen, die uns hoffentlich weiterbringen.
Und aus eigener Erfahrung weiss ich: Man wächst mit seinen Aufgaben. Deshalb traut euch, auch Ja zu zu sagen, bevor ihr euch zu 100 Prozent bereit fühlt.
Vielen Dank liebe Andrea, für deine wertvollen Inputs und und diese inspirierenden Einblicke! Für den nächsten Teil möchten wir von dir kurz und knapp wissen, was dir zu den genannten Begriffen als Erstes in den Sinn kommt.
Diversität
Andrea: Eine Bereicherung.
Zukunft
Andrea: Es bleibt spannend, ich freue mich darauf.
Frauen in Tech
Andrea: Braucht es noch viel mehr.
Algorithmen
Andrea: Prägen heute unseren Alltag – die Ergebnisse müssen wir aber kritisch prüfen.
Internet of Things
Andrea: Meine heissgeliebten Airtags, welche mir den Alltag erleichtern, weil ich immer was suche.
Job-Sharing
Andrea: Genial – ich teile seit 5 Jahren meinen Job.
Pflege-Roboter
Andrea: Wird Probleme lösen aber die Menschlichkeit werden sie nicht ersetzen können.
Danke dir! Und nun noch ein paar “entweder… oder” Fragen. Wofür entscheidest du dich bei den folgenden Begriffen (Andreas Antwort ist fett dargestellt).
Online oder Face to Face?
Künstliche Intelligenz oder Menschliches Gehirn?
Digital oder Analog?
Urne oder e-Voting?
Cocktail oder Bier?
Karriere oder Familie oder Beides?
Das war’s schon. Vielen Dank, liebe Andrea, dass wir einen Einblick in dein Leben werfen durften. Du bist ein echtes Vorbild! Ich wünsche dir alles Gute für deine berufliche und private Zukunft.
